„Zum Chef geboren“ – Wie der Glaube an sich selbst direkt auf das Führungsverhalten einwirkt

Führungskraft

Jeder, der schon mehrere Chefs hatte, weiß, manche wirken, als ob sie zum Chef geboren wurden. Bei anderen ist das Gefühl genau gegensätzlich – es wäre besser, demjenigen jegliche Führungsverantwortung abzunehmen.

Doch woran liegt das? Ist es tatsächlich eine Sache der Ausbildung?

Bevor wir uns dieser Fragestellung widmen, würde ich gerne erst mal eine Definition wagen, was eine gute Führungskraft ausmacht. Sicherlich gibt es auch hier Unterscheidungen, die sich bezüglich des Führungsstils ergeben. Ich möchte mich an der Stelle auf den situativen Führungsstil beschränken. In meiner Wahrnehmung sicherlich der stilvollste Stil.

Situativ Führen steht für Balance zwischen Menschen- und Aufgabenorientierung. Wer situativ führt, hat Ziele im Auge, steht hinter diesen Zielen, versteht das „Warum“ dahinter und weiß, dass Unternehmungsführung immer was mit Gewinnmaximierung zu tun hat. Das kann eine Führungskraft in den seltensten Fällen allerdings alleine erreichen, weshalb sie eben ein Team führt. Das Ziel oder vorab sogar eine Vision des Unternehmens, dem Team zu kommunizieren und dafür zu begeistern ist Aufgabe der Führungskraft. Die Kommunikation der Führungskraft ist motivierend und zündet an. Das Team kann sich anhand des Gesagten ein Bild ausmalen und vor allem spürt es den Drang dieses Ziel zu erreichen. Das Unternehmensziel wird zum eigenen Ziel. Das Team kann sich entfalten, aufgrund der Möglichkeit selbst zu entscheiden, wie das Ziel erreicht wird. Das Team einer situativhandelnden Führungskraft ist selbststeuernd und darf entscheiden. Es ist aufgefordert Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen.
Die Führungskraft hat dabei das große Ganze im Blick und gibt dem einzelnen Menschen, was er braucht, um sich innerhalb dieses Konstruktes zu entwickeln und mitzuwirken. In Krisensituationen ist die gute Führungskraft in der Lage andere aufzufangen – Emotionen im Team zu akzeptieren und gleichzeitig die unternehmerischen Ziele nicht aus den Augen verlieren.
Kurzum: die situative Führungskraft versteht demnach Menschen zu motivieren, zu fördern und zu fordern und dabei die Ziele des Unternehmens zu gemeinsamen Zielen zu machen. Je nach Bedarf handelt die Führungskraft situativ – eher menschen- oder aufgabenorientiert.

Führungskompetenz ist erlernbar

Die oben aufgelisteten Eigenschaften können in einem Kompetenztraining sicher angeeignet und trainiert werden. Diese Kompetenzen sind Puzzlestücke, das Fundament einer Führungskraft liegt meines Erachtens anderweitig gelagert. Manche Menschen haben eine natürliche „Begabung“ zum Führen. Das gesamte Verhalten wirkt nicht wie im Training gelernt, sondern natürlich von innen heraus.

Genau das ist es auch. Das Verhalten kommt aus der Haltung eines Menschen. Die prägenden Bestandteile der Haltung sind unsere Glaubenssätze. Glaubenssätze lenken uns alle. Es ist gut, förderliche Glaubenssätze zu haben – diese beflügeln uns. Lassen uns mutig sein und an uns selbst glauben. Hinderliche Glaubenssätze wiederrum können blockieren, uns verzagen lassen, statt mutig zu sein. Vor allem hindern negative Glaubenssätze, den Glauben an uns selbst.

Was genau sind Glaubenssätze?

Glaubenssätze sind ein gedankliches Modell, welches sich Menschen bauen. Es handelt sich dabei um eine starre Verallgemeinerung bezüglich unserer Sichtweise auf die Welt und uns selbst. Dies kann sich auf die eigene Identität oder unsere Fähigkeiten beziehen. Problematisch sind Glaubenssätze, wenn sie etwas Fatalistisches uns selbst gegenüber haben.

Glaubenssatz Aussagen sind an der verallgemeinernden Form zu erkennen: „Das macht man nicht.“ – wäre eine Verallgemeinerung gegenüber der Welt um uns herum. „Das konnte ich noch nie.“ – ist eine Verallgemeinerung gegenüber den eigenen Fähigkeiten. „Auf mich hört sowieso wieder keiner.“ – stellt das eigene Selbstbild in verallgemeinernder Weise dar. Alle diese Beispiele sind hinderliche Glaubenssätze, da sie eine Begrenzung beinhalten. Glaubenssätze sind demnach unsere Leitplanken im Kopf aufgrund von Erfahrungen, Erlebnissen und Bedürfnissen.

Gibt es auch positive Glaubenssätze?

„Ich bin kreativ.“ „Ich konnte mich schon immer gut in andere einfühlen.“ „Ich war schon immer ein Anführer-Typ.“ – sind ebenso Glaubenssätze, allerdings vom förderlichen Typ. Im Kopf des Glaubenssatz-Trägers gibt es keine Begrenzung, weshalb entsprechende Herausforderungen als einfach eingestuft werden.

Wo genau ist nun die Verbindung zum geborenen Chef?

Eine Führungspersönlichkeit traut sich selbst Führung zu und empfindet es als natürlich. Das Interesse des geborenen Chefs liegt darin ein Unternehmen ziel- und ergebnisorientiert zu führen und dabei alle Menschen gesund und zufrieden an Bord zu halten. Einfach, weil es ihm wichtig ist. Eine Führungspersönlichkeit hat einfachFreude an der Position Menschen und Unternehmen zu führen und versteht, dass sich beides gegenseitig braucht.

Es braucht sowas wie eine gesunde Selbst-Erlaubnis – ein Glaubenssatz, der die Führungskraft in seinem Tun bestärkt.

Was passiert, wenn hinderliche Glaubenssätze die Führungskraft lenkt?

Es sind meistens hinderliche Glaubenssätze, die dazu führen, dass ein Chef nicht wie eine Führungspersönlichkeit auftritt. Wer befördert wird und sich selbst den Job nicht zutraut, wird ein Problem bekommen. Das Phänomen ist oft bei Frauen zu beobachten und unter dem Begriff „Impostor-Phänomen“ bekannt. Das sind die Perfektionisten, die viel leisten und aus dem Grund befördert werden. Ein überdurchschnittliches Streben nach Perfektionismus ist in der Menschenführung schwierig, denn Menschen sind einfach unterschiedlich. Der Anspruch an Arbeit ist unterschiedlich. Ein Perfektionist als Chef verhält sich meist demotivierend. Wenn die eigene Leistung nie ausreicht, gibt es kaum noch Gründe sich zu engagieren. Das ist nur ein Beispiel eines Glaubenssatzes und dessen Auswirkung.

Es gibt unendlich viele Glaubenssätze, die einer Führungsposition entgegenwirken. „Ich mache es schneller selbst.“ „Es macht sowieso keiner so gut wie ich.“ „Ich bin sowieso nicht gut genug für die Stelle.“ „Ich fühle mich den Kollegen im Führungskreis unterlegen.“ „Ich arbeite gerne alleine.“ Diese Liste ist noch umfänglich erweiterbar.

Haben alle geborenen Führungskräfte förderliche Glaubenssätze und alle anderen können nicht führen?

Die These wäre natürlich zu einfach. Außerdem würde diese beweisen, dass wir alle immer bleiben, was wir sind. Das ist nicht so – auf keinen Fall. Das erlebe ich in meinem Tagesgeschäft immer wieder, wenn ich Kunden im Coaching begleite.

Kann man also lernen der „geborene Chef“ zu werden?

Sicher ist es schwierig „der geborene Chef“ in einem Kompetenztraining zu lernen. Ich halte es sogar für fast unmöglich in dem Rahmen. In Führungstrainings lernt ein frischer Chef Methoden, Techniken und einen möglichen Aktionsrahmen mit den stilistischen Auswirkungen. Im besten Fall ist dies dann auch der Rahmen, in dem eine Führungskraft bemerkt, welche Grenzen sie sich selbst setzt.

Selbstreflektion ist der erste Schritt zur Arbeit und Veränderung von Glaubenssätzen. Also überhaupt, die eigenen Glaubenssätze zu erkennen, sich dem Thema zu öffnen und das Bedürfnis zu entwickeln sich selbst zu entwickeln.

Selbstreflektion ist der first step – und dann?

Dann beginnt die harte Arbeit. Glaubenssätze lassen sich nicht mit EINEM Training oder dem Lesen EINES Buches verändern. Sie sind über lange Zeit und mehreren Erfahrungen entstanden und haben sich gefestigt, entsprechend brauchen sie Zuwendung, um sie langfristig zu verändern.

Das Ziel ist dabei an sich zu glauben, an sein Team zu glauben und sich in der Position richtig und förderlich für Mitarbeiter und Unternehmen zu sehen und sich so zu verhalten.

Der „geborene Chef“ ist also demnach erlernbar – es erfordert viel Selbstreflektion, professionelle Begleitung zur Arbeit an sich selbst zur Veränderung Glaubenssätzen.

Wer Interesse an dem Thema hat, dem biete ich ein unverbindliches kurzes Beratungsgespräch an. Gerne können wir überreißen, welche Glaubenssätze Sie in Ihrem Führungsalltag lenken.
Den ersten Schritt machen Sie, danach geht es zu zweit einfacher.

Herzlichst Ihre
Ana Pereira

Geschrieben am: 28.04.2020 / Kategorien: Führung

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